Kulturhauptstadt 2012
Das portugiesische Guimaraes und das slowenische Maribor werden Kulturhauptstädte 2012. Diese beiden Städte werden Nachfolger von Turku und Tallinn. Nun kommen im nächsten Jahr dann Städte aus Portugal und Slowenien in den Focus.
Guimaraes wird als dritte portugiesische Stadt Kulturhauptstadt Europas. Die Mittelalterstadt hat nur ca. 50.000 Einwohner. In Portugal kennt sie jedes Kind, da hier in Guimaraes Alfons I. getauft wurde, der erste König des Landes und somit hier der portugiesische Staat seinen Anfang nahm. Ca. 50 km von Porto entfernt liegt die typisch nordportugiesische Stadt, die über eine eigene Universität verfügt und deren Altstadt von der UNESCO in die Welterbe Liste aufgenommen wurde. Wirtschaftlich ist von der einst blühenden Lederwarenindustrie nicht viel übrig geblieben. Für Touristen werden nicht nur die historischen Sehenswürdigkeiten und das Kulturhauptstadt Programm interessant sein, sondern auch die umliegende Landschaft. Die Atlantikküste ist nur ca. 50 km entfernt. Beim Kulturhauptstadt Programm setzt man hier auf „Creative Industries“. Mit seinem Augenzwinkern wird eine „End-of-the-world-Party“ veranstaltet, da ja für 2012 schließlich der Weltuntergang prognostiziert wurde.
Das slowenische Programm in Maribor zum Jahr der Kulturhauptstadt läuft unter dem Namen „The Turning Point“. Es sind Gastspiele des kroatischen Nationaltheaters, ein Festival der Drehorgel und ein Projekt zur Kultur des Fußballs geplant. Maribor liegt nur ca. 70 km von Graz und hat ca. 100.000 Einwohner. Eine Besonderheit der Stadt ist der über 400 Jahre alte Rebstock. Die wenigen Flaschen, die er als Ertrag liefert, sind nicht käuflich zu erwerben, sondern werden an Prominente und gekrönte Häupter verschenkt. Maribor war eine der wichtigsten Industrie Städte des ehemaligen Jugoslawiens. Nach der Unabhängigkeit Sloweniens gingen jedoch große Teile der Märkte verloren. Durch das Kulturhauptstadt Programm erhofft sich die Stadt neue Touristenströme und träumt auch ein wenig von einer neuen Identität in ihrer Nachindustrie Ära.
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